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In Schöneberg befinden sich zwei bemerkenswerte Reste einer Tunnelanlage der Berliner U-Bahn. Der Eisacktunnel ist ein etwa 200 m langer, eingleisiger Tunnel, der von Teilen einer Kehranlage des U-Bahnhofs Innsbrucker-Platz bis kurz vor einer nicht mehr existierenden Betriebswerkstatt führt. Der Otzentunnel ist ein etwa 50 m langer Tunnelrest eines Ausziehgleises dieser Werkstatt.

Der Eisacktunnel ist durch den Bau der Berliner Stadtautobahn Anfang der 70´er Jahre abgetrennt von den übrigen U-Bahngleisen.
Die Betriebswerkstatt, Blickrichtung zum Innsbrucker Platz. Diese Betriebswerkstatt wurde in Ihrer Einfahrt entgegengesetzt zum normal, geraden Verlauf der Strecke vom Innsbrucker Platz errichtet. Das Gleis und die Rampe mit der Tunnelausfahrt ist hier links im Bild. An dieser fotografierten Stelle, befindet sich heute der Schulhof der Waldenburg-Schule.
(Quelle: "Berliner U-Bahn", U.Lemke, U.Poppel, Alba-Verlag)
........ derselbe Standpunkt, fast 100 Jahre später
(Dank an die Schulleitung der Waldenburg-Schule, für die Erlaubnis auf dem Schulgelände fotografieren zu dürfen)
1910 begann die damals eigenständige Stadt Schöneberg mit dem Bau einer eigenen U-Bahn Strecke vom Nollendorffplatz zum Innsbrucker Platz (Damals "Hauptstr."). Zur Wartung der Züge wurde südlich der Eisackstr. eine Betriebswerkstatt gebaut.
1926 erhielt die Strecke am Bahnhof Nollendorffplatz Gleisanschluss an das übrige Streckennetz und die Fahrzeuge wurde fortan in der Betriebswerkstatt Grunewald gewartet. Die Werkstatt wurde Anfang der 30´er Jahre aufgegeben und das Gelände bis Kriegsende von einer Spedition weitergenutzt. 1963 wurde dann auf dem Gelände die Waldenburg-Schule errichtet.

Die ehemalige Kehranlage nach dem U-Bahnhof Innsbrucker Platz. Eingezeichnet der Zustand von Mai 2005 :
Rot : Ende der Kehranlage (Zugeschüttet),
Gelb : Nachträglich eingebaute Räume (Elektroanlagen für die Schutzräume)
Grün : begehbare Grundfläche
(Nachträglich bearbeitet, Original-Foto aus "Tunnel, Gräben, Viadukte", P.Domke, M.Hoeft, Kulturbild-Verlag)

Am Ende der Kehranlage (hier standen die Prellböcke) Rechts die Wand, Teil des Elektroraums

Nur durch diesen schmale Durchgang am Stützpfeiler vorbei kommt man vom Abzweiggleis in den Rest der Kehranlage.
Rechts die Wand der zugeschüttete Teil, Linke Wand wieder Teil des Elektroraums

Im Inneren des Elektroraums

Im Inneren des Elektroraums

Andere Seite des Elektroraums, Standpunkt hier schon im Abzweigtunnel

Standpunkt hier auf dem zugeschütteten Teil der Kehranlage mit Blick in die Eisackstr. U-Bahnhof Innsbrucker Platz im Rücken.
Der Rest der Kehranlage beginnt in etwa unter der Querstraße, in der Mitte des Bildes
Blick zurück Standpunkt in der Eisackstr., im Hintergrund jetzt der U-Bahnhof Innsbrucker Platz und die S-Bahnbrücke zu erkennen.
Der Tunnel verläuft hier etwa von der Mitte nach links aus dem Bild. A
uffallend hier ist der schlechte Zustand der Strasse.

Gleis Richtung ehem. Betriebsbahnhof, der Teil des Tunnels von der Kehranlage bis etwa unter den Häusern der Eissackstr.

Blick auf die Eisackstr. 6 + 7, zwischen denen der Tunnel weiter auf den Hof dieser Hausanlage führt.
Links, die Rückseite vom Haus Eisackstr.7. Blick auf die Rückseite des Hauses der Trägerstr. in der Bildmitte zu erkennen der erste Notausstieg.
Der Tunnel verläuft dort rechts davon vorbei, dann weiter unter dem Haus Trägerstr. 7
Erster Notausstieg, umgedrehter Standpunkt zum oberen Bild, der Tunnel verläuft hier links.

Erster Notausstieg von unten, Tunnel verläuft hier parallel links

Links die Wand vom Notausstieg, Blick in Richtung des 2. Notausstiegs, bzw. Rampe zur Betriebswerkstatt

Im 2. Weltkrieg nachträglich angelegte Sanitäranlagen für die Luftschutzräume, unmittelbar neben dem Notausstieg

Hinweistafeln, der Tunnel wurde durch Zwischenwände in einzelne Räume aufgeteilt
Blick auf das Haus Traegerstr.5 mit denen wegen des Tunnels fast ebenerdig angelegten Kellerräumen.
Der Tunnel verläuft hier von unten rechts nach oben rechts unter dem Haus durch. Rechts zu erkennen die Hausdurchfahrt zur Otzenstr.
Blick in die Otzenstraße, links am Zaun der zweite Notausstieg (nachträglich angelegt) wo der Tunnel endet. An dieser Stelle begann in etwa die Rampe mit der Auffahrt zur Betriebswerkstatt welche jetzt zugeschüttet ist.
Ganz hinten in der Bildmitte, das nach schräg rechts verlaufende Haus (Rückseite der Baumeisterstr.) mit dem Hof, wo noch die Reste des Ausziehgleis zu finden sind.

Die Auffahrt zur Betriebswerkstatt 1910, am Ende links zu erkennen die Werkstatthalle

Gleicher Standort im Mai 2005
Zweiter Notausstieg von oben ......

... und hier von unten

Einzige Schienenreste im Eisacktunnel, kurz vor dem 2. Notaustieg

Blick auf das Ende des Ausziehgleises im Hof der Wohnanlage Baumeisterstr.

Blick in eine Öffnung auf dem Ende des Ausziehgleises. Jede Menge Schutt, Schienen sind leider nicht mehr zu erkennen.
Ein und Ausfahrt vom Ausziehgleis, die ehemalige Betriebswerkstatt im Rücken. Der Boden vor der Ausfahrt wurde auf mindestens 1,5 m aufgeschüttet.
An diesem Verbindungsweg zwischen Otzenstr. und Baumeisterstr. ist die Aufschüttung gut zu erkennen. Die Gleise führten hier nach links zum Ausziehgleis, nach rechts zur Betriebswerkstatt.
Quasi Blick auf die "Rückseite der Werkstatthalle", nun der Schulhof der Waldenburg Schule, ganz hinten die Zufahrt des Ausziehgleises. Dort wo die Züge auf das Gelände der Werkstatt gefahren sind, befindet sich jetzt der Schulgarten mit einem Teich.
Weitere Bilder auf den Seiten von André Loop und Ralf Blauermel